Gesundheit und Notfallapotheke

Wie bei jedem Haustier, ist der Halter auch für die Gesundheit seiner Chinchillas zuständig.

Leider bemerkt man bei den Kleinen meist die Symptome oder Veränderungen wirklich erst, wenn es zu spät ist. Chinchillas sind Meister im Verstecken von Krankheiten. Daher muss man seine Tiere regelmäßig einem Check-Up unterziehen. Entweder kann man diese beim Tierarzt, der auf Chinchillas spezialisiert ist, durchführen lassen, oder aber man behält seine Schützlinge selbst sehr gut im Auge.

Wöchentliches Wiegen gibt den besten Aufschluss über den Zustand. Extreme, schnelle, Gewichtsabnahmen deuten auf eine Krankheit hin. Man sollte sich ein Wiegeprotokoll für all seine Tiere anlegen, mit Name, Datum, Gewicht und ob es Auslauf gab oder nicht.

Ich selbst habe ein Chinbuch, indem ich alle Wiegedaten festhalte und zu jedem Besuch bei einem Tierarzt mitnehmen kann.

 

Was sollte man bei seinem Chinchilla regelmäßig kontrollieren?

Täglich sollte man diese kleine Checkliste beachten und „abarbeiten“:

  • Ist das Tier sauber, geputzt und frei von Verletzungen?
  • Frisst bzw. hat das Tier heute etwas gefressen? Nimmt es Leckerchen an?
  • Wirkt das Tier abgemagerter oder dicker als sonst? Ist das Fell im Ordnung?
  • Sieht der herumliegende Kot normal aus?
  • Ist das Tier agil und aktiv? Ist es an seiner Umgebung interessiert? Nimmt es am Sozialleben teil? Reagiert es, wenn ich es rufe?

 

In regelmäßigen Abständen sollte das Chin in die Hand genommen werden und abgetastet werden.

  • Ist der Bauch weich?
  • Finde ich keine harten Stellen oder Knubbel an der Haut oder im Gewebe?
  • Sind die Augen schön „feucht“ und interessiert? Keine Sandkörner in den Augenwinkeln? Ist das Fell um die Augen trocken?
  • Ist das gesamte Fell gleichmäßig ohne Löcher?
  • Sind die Ohren sauber?
  • Ist die Nase sauber, frei von Ausflüssen? Ist die Region um die Nase trocken?
  • Wie sehen die Fußsohlen aus? Schön ledrig, ohne Kratzer, offene Stellen?
  • Ist die Analregion sauber, nicht verklebt? Ist der Kot normal?
  • Ist die Geschlechtregion sauber? Ist der Penis normal gefärbt und nicht dick?
  • Und zu guter Letzt, am wichtigsten meiner Meinung nach, die Zahnkontrolle.
    Sind die Zähne schön gerade?
    Schließen die Schneidezähne sauber aufeinander ab?
    Sind die Zähne schön gelb bis orange?
    Riecht der Atem nicht unangenehm?

Sollte irgendeine Frage mit „NEIN“ beantwortet werden, empfiehlt es sich, vor allem als Neuling, einen Tierarzt aufzusuchen. Nur „Löcher im Fell“ sind vorerst unbedenklich, solange an der kahlen Stelle keine Schuppen oder Entzündungen zu sehen sind.

Chinchillas können diverse Krankheiten bekommen
Nähere Infos dazu auf
http://www.chinchilla-scientia.de/index.php?id=krankheiten

 

Kleine Köttelkunde

Die Köttel können je nach Ernährungsart und Tier verschiedene Formen annehmen.

Grundsätzlich gilt aber für jede Köttelform, wenn die Köttel folgende Merkmale aufweisen handelt es sich um kranken Kot!

  • kontinuierlich sehr klein (Achtung: manche Chins haben eine individuell kleine Köttelform, die somit nicht pathologisch ist)
  • verminderter Kotabsatz (das Tier muss im Normalfall andauernd Kot ausscheiden)
  • immer stark deformiert
  • stinkend
  • kontinuierlich matschig oder flüssig
  • Blutspuren
  • kontiuierliche Schleimspuren
  • Haar/Kotketten

In diesen Fällen ist UMGEHEND ein Arzt aufzusuchen!

Koetel

Genau wie beim Menschen auch gibt’s bei den Chinchillas auch Größenunterschiede. Manche Tiere haben von Natur aus kleinere (2), andere wieder größere (1), die dann auch normal sind, wenn sie immer so ausschauen.

Auf dem Foto sieht man kleinere Kötel (3), die auf eine leichte Verstopfung hinweisen und sehr kleine Kötel (4), wie sie bei einer Verstopfung zu sehen sind. Allerdings geht`s noch viel kleiner!  (Bild dankend von www.chinchilla-homepage.de)

 

 

Kleine Urinkunde

Eine kurze Übersicht über die verschiedenen Urinverfärbungen

  • gelblicher und etwas trüber Urin
    Physiologische, normale Farbe des Chinchilla-Urins. Die Trübung ist durch die Kalizum-Konzentration im Harn bedingt. Auch durch Aufnahme von Löwenzahn, Möhre, rote Beete kann sich der Urin verfärben, was aber nicht krankheitsauffällig ist.
  • Milchig-trüber Urin
    Erhöhte Kalziumkonzentration, auf wasserreicheres Futter achten, gegebenenfalls den Urin im Labor chemisch untersuchen lassen.
  • Klarer Urin
    Kann auf eine Mangelerscheinung hindeuten, insbesondere einen Kalziummangel, hin. Das Futter sollte optimiert werden, man sollte sich zudem sie Zähne des Tieres ansehen (-) sind diese dunkelgelb/orange gefärbt?).
  • Weißer Urin
    Weißer Urin kann ein Diabetes-Symptom sein.
  • Gleichmäßiger rötlicher, orangener bis hin zu brauner Urin
    Ist der Urin gleichmäßig verfärbt, so handelt es sich um eine Verfärbung hervorgerufen durch verschiedene Futtermittel und in diesen enthaltene Farbpigmente wie z.B. Brombeere oder rote Beete, um eine Verfärbung durch Oxidationsprozesse oder um eine Verfärbung durch Medikamente wie Antibiotika oder Vitaminpräparate.
  • Ungleichmäßig rotgefärbter Urin (Blutbeimischung als Schlieren, Tropfen u.Ä.)
    Deutet auf Blut im Urin hin, bitte einen TA aufsuchen und eine Urinprobe mitnehmen.
    Achtung: Manchmal sind die blutigen Stellen im Urin nur mikroskopisch sichtbar, ansonsten wirkt der Urin normalgefärbt.
    Häufiges Anzeichen für Steine und Entzündungen d.i. Urolithiasis, Nephrolithiasis, Zytitis, Nephritis, aber auch Tumorerkrankungen der Harnwege sowie der Geschlechtsorgane.
  • Gelb-schleimiger Urin
    Symptom für mögliche Zystitis (hervorgerufen durch schleimbildende Bakterien). Wichtig: Der Träger des Urins ist nicht zu vernachlässigen. Auf unterschiedlichen Flächen (Holz, Einstreu etc.) erscheint die Urinfarbe anders als sie tatsächlich ist. Auch reagiert der Urin mit den Materialien und kann so seine ursprüngliche Färbung ändern, insbesondere wenn er schon älter ist.

Normaler, verfärbter Chinchillaurin ist nichts Ungewöhnliches:

Quellen:
– A. Ewringmann; B. Glöckner: Leitsymptome bei Meerschweinchen, Chinchilla und Degu: Diagnostischer Leitfaden und Therapie. – Stuttgart: Enke, 2005.

 

Kleine Zahnkunde

  • gelb bis organe
    Die gewöhnliche Farbe der Chinchilla-Zähne ist mittelgelb bis tieforange. Dabei wirkt die Farbe ebenmäßig und bedeckt nur die Schneidezähne genauer gesagt die Front dieser. Die Seiten und der hintere Teil der Schneidezähne sowie die Backenzähne sind entfärbt.
  • schwarze Stellen
    Dunkle Stellen an den Zähnen können auf Karies hinweisen.
  • weiße Schneidezähne
    Zum einen können weiße Zähne auf eine Mangelernährung hindeuten. Da die Nährstoffe immer zusammenwirken, ist in den Falle die Gesamternährung des betroffenen Tieres zu optimieren. Da Nährstoffe immer zusammenwirken und deren Aufnahme und Wirkung voneinander abhängt, ist in den Falle die Gesamternährung des betroffenen Tieres sofort zu optimieren. Hier wäre die tägliche Gabe an genügend Kräutern, Blättern, Blüten und Zweigen besonmders hervorzuheben.Zum anderen können entfärbte Zähne ein Anzeichen von gestörtem Stoffwechsel sein. Der Körper kann die ihm durch Nahrung zugeführten Nährstoffe nicht oder nicht in genügendem Maße aufnehmen, was Mängel hervorruft u.a. in Form von weißen Zähnen, aber auch Krampfanfällen, Abmagerung, Fellproblemen etc.

In Betracht kommen z.B. folgende Erkrankungen:

  • Tumore, Krebs
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Diabetes
  • Darmkrankheiten & -entzündungen (z.B. Parasiten, zerstörte Darmflora)
  • Leberschäden
  • Herzerkrankungen

 

Notfallapotheke

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Wie bei jedem Haustier, sollte man als Halter auch für seine Chinchillas bestimmte Dinge in seiner Notapotheke haben.

In solch einer Notfallapotheke befinden sich Erste Hilfe Präparate für den täglichen, hoffentlich nie eintretenden, Ernstfall. Sämtliche medizinischen oder homöopathischen Mittel werden regelmäßig auf ihr Verfallsdatum überprüft. .

  1. Bird Bene Bac ( 4-8 Tuben & Pulver )
  2. CD Vet Darm Aktiv (Darmfloraaufbau genau wie Bene Bac)
  3. Rodi Care akut (Leber-Regeneration)
  4. Heilkohletabletten (erste Hilfe bei Vergiftungen)
  5. Desinfektionsspray , Sterilium
  6. Heilerde (hautfein – Zugabe zum Sandbad)
  7. Elektrolyte (bei allgemeiner Schwäche, nach OP´s, Futterverweigerung)
  8. Fungi-Stop ( Pulver, welches ins Sandbad gegeben wird um Pilzbefall einzudämmen/vorzubeugen )
  9. Fencheltee (Babyfencheltee von Hipp, oder Bioqualität)
  10. Welpenaufzuchtsmilch ( wenn man ein Baby als Handaufzucht hat)
  11. Blütenpollen, Mandelmus(hell), Babybrei (Päppelnahrung)
  12. Critical Care, Herbi Care (Päppelnahrung bei schlecht fressenden Tieren, nach Op´s)
  13. Traubenzucker
  14. Sab Simplex oder Imogas (Mittel gegen Aufgasung)
  15. Colosan (gegen Verdauungsstörungen Aufgasung/Durchfall)
  16. Isotonische Augentropfen
  17. ägyptisches Schwarzkümmelöl (bei vielerlei Problemen wie Innen- & Außenparasiten, zum Entgiften, Wundbehandlung, Pilz, Immunsystemstärkung, Darmreinigung, Verdauungsregulierung etc)
  18. Tier-Bachblüten Globuli Set (Beruhigungsmittel bei Angstzuständen)
  19. kolloaidales Silberwasser 25ppm (blaue Glasflasche – bitte im Kühlschrank aufbewahren – bei offenen Wunden, Pilzbehandlung, Schuppungen)

Hilfsmittel, Verbrauchsartikel & medizinische Geräte:

  1. Einwegspritzen 1ml, 2ml & 5ml
  2. Wattestäbchen
  3. Plastikröhrchen
  4. Einweg Pipetten
  5. Infrarot Ohren Thermometer, Fieberthermometer
  6. Einweg Handschuhe
  7. selbstklebender Verband
  8. Holzspatel
  9. Wärmekissen/ Kirschkernkissen/ Snuggle Save/ Rotlicht-Wärmelampe
  10. Notruf-Zettel mit den wichtigsten Rufnummern ( Tierklinik, Tierarzt, Labor, vertrauensvollen Züchtern )

Salben habe ich überhaupt keine und benutzte diese auch nicht.
Alle Salben die aufgetragen werden, können vom Chinchilla wieder abgeleckt werden, was auch dem Chinchilla schaden kann, da einige Inhaltsstoffe von Salben nicht zum Verzehr geeignet sind.

 

Nähere Infos auch hier zu finden
http://www.chinchilla-scientia.de/index.php?id=gesundheit

 

Infos und Links von
http://chinchilla-scientia.de/index.php?id=chinchillainfoseite
Beste Seite rund um das Thema Chinchillahaltung / Ernährung / Spielzeug mit Tipps und Tricks und vielen nützlichen Links – sowohl für Laien als auch für Fortgeschrittene Chinhalter

Manuela Dieringer

über Manuela Dieringer

Hi ihr Lieben! Ich bin die Manu und wurde am 29. April 1988 in Bruchsal bei Karlsruhe geboren. Seit 2007 teile ich mein Leben mit Chins: Loona, meine erste süße Maus, gefolgt von Budsy und Twiggy, dann Vinci, Zoomi, Cloé, Zoé und zu guter letzt unser Ü-Ei Hope. Looni starb leider 2011 an extremen Durchfall und unfähigen Tierärzten, die nicht helfen konnten. Meine 2 Lieblingsmäuse Budsy und Twiggy habe ich im September 2014 auf noch tragischere Weise verloren: Die Tierärztin hat Budsy beim routinierten Spitzenschleifen den Kiefer durchstoßen. Daraufhin bildete sich ein rießiger Abszess und ich konnte trotz 14tägigem 24h Kampf nichts mehr tun außer sie gehen zu lassen. Keine 10 Tage später starb meine geliebte Twixxy an gebrochenem Herzen. Ohne ihre Schwester wollte sie nicht mehr sein :`( Und ohne die beiden wollte ich nicht mehr sein. An diesem Punkt wollte ich die Chinhaltung komplett an den Nagel hängen, weil diese Tiere mit ihrer sozialen, menschenbezogenen, seeligen Art einfach mein Herz so eingenommen hatten, dass ich mit ihrem Tod nicht klar kam. Aber meinen Schatz Vinci konnte und wollte ich nicht weggeben oder alleine lassen. So kamen Zoomi und Cloé dazu. Zoomi wollte aber Cloé nicht in die 2er Gruppe lassen und so musste Zoé als Partnerin für Cloé einziehen. Leider hat uns ihre Vorbesitzerin sie uns trächtig verkauft, ohne uns davon in Kenntnis zu setzten. Kurzum wurde per Notkaiserschnitt ein 32gr leichtes Baby auf die Welt gebracht und von mir und meinem Schatz per Handaufzucht großgezogen. Kurzum habe ich in meinen 9 Jahren Chinerfahrung so mitunter alles erlebt was man erleben kann - positiv wie negativ. Daher möchte euch gern mit Rat und Tat zur Seite stehen, wenn es um das "Thema" Chinchilla geht.

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