Angeschafft und ungeliebt, das Leid vieler Kleintiere

Unser aktuellster Abgabe-Fall machte uns mal wieder so richtig sprachlos. Eine Dame meldete sich bei uns, damit wir ihr helfen ihren Hamster zu vermitteln. Unsere Kollegin Tanja, die für die Tierart Hamster zuständig ist, hatte ein Gehege für einen ihrer Hamster als Anbau gesucht und ist so auf eine Anzeige in E*ay Kleinanzeigen gestoßen, in der jemand ein Gehege gegen ein kleineres tauschen wollte. Normalerweise schreiben wir nicht einfach so irgendwelche Anzeigen an, die schlechte Haltung zeigen, aber hier sollte zumindest aufgeklärt werden. Die Dame hatte dann recht schnell eingesehen, dass sie ihrem Haustier nicht gerecht werden kann und sie hatte uns dann gebeten den Kleinen zu vermitteln.

Wir hatten dann noch eine Weile auf Bilder für die Vermittlung gewartet und als die dann kamen fielen uns allen die Augen aus dem Kopf. Der Hamsterbub wurde tatsächlich von seinem eh schon zu kleinen und lieblos eingerichteten 100/40 Aqua in ein 30/40 Glasgfängnis umgesetzt. Platzmangel in der eigenen Wohnung? Keine Empathie dem Tier gegenüber? Wir konnten es uns nicht erklären, aber klar war, dass der kleine da unbedingt zeitnah raus muss. Nachdem Tanja dann auch noch drei Mal versetzt wurde als sie den Kleinen holen wollte und ihn endlich gegen Mitternacht überreicht bekam waren wir alle total froh. Schnell war auch klar, dass der Kleine nicht nur zur Vermittlung bei mir einziehen durfte, der kleine Günni darf hier bleiben! Die Kotprobe war zum Glück negativ und so konnte er schon bald von Zewa in ein richtig eingerichtetes Gehege (120/60cm) ziehen und er verhielt sich sofort wie ein ganz normaler Hamster, er fing an zu buddeln, im Sand zu baden (ob er wohl jemals Sand hatte?) und im Streu nach Körnchen zu suchen.Leider brachte er ganz fiesen Schnupfen und Milben mit, die Medikamente gefallen dem kleinen Kerl natürlich gar nicht, aber es geht ihm schon deutlich besser.

So wie Günni geht es tagtäglich sicher hunderten, tausenden Nagern, die unüberlegt angeschafft und dann herzlos wieder „entsorgt“ werden. Mit Glück bekommen sie dann eine zweite Chance und ein artgerechtes Heim, viel schlimmer dran sind die, die in einer Kinderzimmerecke ihr Dasein fristen müssen… Wie schön wäre eine Welt ohne Zooläden die einfach so irgendwelchen Unmenschen Tiere verkaufen?

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