Vor einigen Tagen bekamen wir auf’s Nagerhandy einen Anruf eines Mannes, der unsere Hilfe bei der Vermittlung von Ratten wünschte. Er hätte „um die 20 Ratten“ von einem Bekannten aufgenommen, der leider verstorben war. Dieser hatte vorher gezüchtet und er hatte sie nun alle aufgenommen, in der Hoffnung, sie in gute Hände vermitteln zu können. Leider hat er von den umliegenden Tierheimen kaum bis keine Hilfe bekommen und auf seine Kleinanzeige meldeten sich nur Schlangenhalter auf der Suche nach Futter. Er wollte sie aber keinesfalls als Futtertiere abgeben, daher behielt er sie lieber. Natürlich nicht auf die Haltung von Nagern ausgelegt, brachte er sie in seiner Waschküche in Boxen und Käfigen unter. Zu futtern gab es trockenes Brot und Gemüse. Häuser hatte er für die Tiere nicht. Die Wochen vergingen und er merkte, dass er sie wohl alleine nicht vermittelt bekommt. So meldete er sich bei uns und bat um Hilfe. In Telefonaten versuchten wir heraus zu finden, wie die Situation vor Ort aussieht und berieten entsprechend. Er hat mit seinen gegebenen Mitteln und Möglichkeiten versucht alles gut umzusetzen.
Er erzählte uns, als wir uns anmeldeten, um die Ratten zu holen, dass seine Tochter wohl mal mit einem der Böcke gespielt hatte und ihn versehentlich bei den Mädels in den Käfig setzte. Wie lange er dort drin war, weiß er leider nicht. Aber es war noch innerhalb der letzten 3 Wochen passiert.
Als wir dann vor Ort waren, um die Ratten abzuholen, um sie bei uns in den Pflegestellen unterzubringen, so dass wir sie hier vor Ort vermitteln können, merkte er unseren Blicken schnell an, dass etwas nicht in Ordnung zu sein scheint. Die Haltung dort war zwar gut gemeint, aber nach unseren Maßstäben….. haben sie es in unseren Pflegestellen besser.
Er zeigte uns dann noch die Farbmäuse, die er ebenfalls von dem gleichen Bekannten nach seinem Tod bei sich aufgenommen hatte. Sie waren in Plastikwannen in den Regalen untergebracht. Ihr Einstreu war leider bereits durchtränkt von ihrem Urin und der Geruch war……. In einer der Boxen saß eine Farbmaus-Mutti mit ihrem Wurf und der potentielle Papa saß ebenfalls mit bei ihnen. Vermutlich ist die Mutti bereits wieder schwanger. Da er die Geschlechter nicht unterscheiden konnte, war es klar, dass wir auch die Farbmäuse mitnehmen müssen, uns um die Geschlechtertrennung bemühen müssen, damit hier nicht explosionsartig eine Mäuse-Epidemie ausbricht. Also haben wir auch die Farbmäuse mitgenommen. Zum Glück hatten wir genügend Transportboxen dabei.
Mit betrübter Laune fuhren wir dann wieder weiter. Für einen Ratten-Bock hatten wir schon im Voraus ein neues Heim in Singen organisiert, in dem auch eventuelle (wahrscheinliche) Parasiten gewissenhaft behandelt werden. Von dort aus ging es weiter nach Holzgerlingen, ins Hamsterlädle von Heidrun. Heidrun kennt sich gut mit Farbmäusen aus und hat auf unseren Anruf gleich gesagt wir dürften vorbei kommen. Wir haben dann zusammen die Geschlechter bestimmt und uns zur Erkenntnis gebracht, dass wir neben den 15 weiblichen Ratten und einer männlichen Ratte auch noch 4 weibliche, 3 männliche und eine weibliche Maus mit Wurf dabei haben. Nochmals herzlichst Danke sagen möchten wir für ihr Angebot, uns die 4 Farbmaus-Weibchen abzunehmen. Sie durften direkt bei ihr bleiben und in ihr neues endgültiges Zuhause einziehen.
Weiter auf unserer Tour ging es zu unserer Pflegestelle in Sindelfingen, wo nun die 5 Ratten aus der Pflegestelle Reutlingen untergebracht wurden, damit dort in Reutlingen Platz für die 6 älteren weiblichen Ratten aus diesem Fall ist. Nun konnten wir wieder zurück nach Reutlingen und zuletzt nach Stuttgart fahren. In der Pflegestelle in Stuttgart dürfen der jüngere Rattenbock und die 9 jüngeren Rattenweibchen einziehen. Die Farbmäuse werden erstmal in der Pflegestelle in Reutlingen unterkommen, die jetzt wirklich aus allen Nähten platzt.
Wir haben an diesem Tag insgesamt knapp 430 Kilometer Strecke zurück gelegt. Die 3 Farbmaus-Böcke müssen kastriert werden, eine der älteren Rattenweibchen hat vermutlich einen Tumor im Bauch und bezüglich der potentiellen Schwangerschaft der Rattenweibchen werden auch noch Tierarztkosten anfallen.
